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Deutsch-Eylau ist oft die Perle des Oberlandes genannt worden. Die günstige Lage auf einer
weit vorspringenden Halbinsel des Geserichsee, der diese auf zwei Seiten umspült, während die
dritte Seite durch den die Verbindung zwischen Geserich- und Eylenzsee bildenden Eylenzfluß geschützt wird,
machten den Platz ganz besonders zu einer Stadtanlage geeignet. Als Gründungsjahr der Stadt wird 1305 angegeben. Dies geht aus einer veränderten Handfeste hervor, die der Komtur von Christburg, Luther von Braunschweig, am 11. Juni 1317 der Stadt erteilte. Diese Handfeste von 1317 ist insofern eine Ergänzung und ein Ersatz der von 1305, da sie eine Reihe von Abänderungen der früheren brachte. Eylau wurde dem Komtur von Christburg zugeteilt, der auch der Aussteller der Handfeste von Dt.-Eylau war. Als aber 1340 Osterode zur Komturei erhoben wurde, wurde ihr auch die Pflegschaft Dt.-Eylaus unterstellt. Im Juni 1457 wurde dann die Stadt gegen Erstattung ihres ausstehenden Soldes an den polnischen König verkauft. Von der nunmehr anhebenden polnischen Schreckensherrschaft befreite sich die Bürgerschaft in einer mutigen Tat. Das Amt des Hauptmanns übertrug die Bürgerschaft dem bisherigen Hauptmann von Osterode, Ulrich von Kinsberg, der dann auch den 13jährigen Krieg hindurch Hauptmann von Dt.Eylau blieb. Kinsberg, der 1466 den Frieden zu Thorn mit unterzeichnete, ist es zu verdanken, daß Amt und Stadt in diesem Frieden nicht unter polnische Herrschaft kamen. Die Stadt zählte 1540 70 Bürger und ebenso viele Bürgerhäuser, 4 Büdner, 7 Erker, 7 Vorstädter und 30 Handwerksgesellen. 1570 waren es: 69 Bürger, 7 Büdner, 14 Erker, 11 Vorstädter. Im Vergleich dazu die Einwohnerzahl 1939: ca. 13 000, ohne Militärangehörige. Wasserwege Im Frühjahr 1862 wurde der Oberland-Kanal eröffnet und damit die Schiffahrtsverbindung zwischen Dt.-Eylau und Elbing hergestellt. Befördert wurden auf dieser Wasserstraße nach Danzig und Elbing aus dem Binnenland insbesondere Holz, Getreide, Ziegelsteine, aber auch Stückgüter.Des weiteren waren in Dt.-Eylau einige Oberländer Kähne beheimatet, die den Verkehr nach und von Liebemühl, Osterode, Tharden und Elbing vermittelten. Bis zu 60 Tonnen konnten diese Lastkähne in ihren geräumigen Bäuchen das ganze Jahr über an Waren für die Kaufleute und Bierniederlagen heranschleppen und landwirtschaftliche Produkte wieder mitnehmen. Der rasche Bau der Eisenbahnen führte jedoch bald zu einer wesentlichen Einschränkung des Transportes an Gütern auf dem Wasserwege, er verlagerte sich immer mehr auf die Schienen. Eisenbahnverkehr Der Eisenbahnverkehr wurde für Dt.-Eylau bedeutungsvoll. Von 1871 bis 1873 entstand die Linie Thorn-Insterburg. Im Kreis Rosenberg waren Bahnhöfe Dt.-Eylau Hauptbahnhof und Raudnitz. Mehr noch wurde der Kreis Rosenberg durch die 1876/77 erbaute zweigleisige Strecke Marienburg-Mlawa wirtschaftlich gefördert. Die"MM-Bahn" , wie sie kurz genannt wurde, war bis 1903 ein Privatunternehmen. Im Kreis Rosenberg hatte die Bahnlinie Marienburg-Mlawa die Haltestellen Alteiche, Hauptbahnhof Dt.-Eylau, Dt.-Eylau Stadt, Sommerau, Charlottenwerder, Rosenberg, Riesenburg und Dakau. Ab 1902 hatte Dt.-Eylau Verbindung über Neumark und Broddydamm. Auch diese Strecke war für die Stadt wirtschaftlich von großer Bedeutung, erschloß sie doch den weitaus größten Teil des Hinterlandes von Dt.-Eylau und stellte enge Verkehrsbeziehungen zu dem benachbarten Kreis und der Stadt Löbau her. Straßenbau 1863 wurde die Chaussee Dt.-Eylau-Rosenberg gebaut. Dabei wurde auch die große Brücke über den Geserichsee wesentlich verändert. 1865 wurde dann die Straße von Dt.-Eylau nach Löbau, 1874 die nach Freystadt und 1891 die Chaussee über Raudnitz nach Osterode sowie 1902 die nach Saalfeld gebaut. Abstimmung in Deutsch-Eylau Nach dem Diktat von Versailles mussten die Bewohner in Pomesanien - das sind die Kreise Marienburg rechts der Nogat, Marienwerder rechts der Weichsel, Rosenberg und Stuhm - abstimmen, ob sie beim deutschen Vaterland verbleiben oder einem neuen Staatenverband angegliedert werden wollten. Das Abstimmungsgebiet erhielt interalliierte Besatzung, unter dessen Aufsicht die Abstimmung vorbereitet und am 11. Juli 1920 durchgeführt wurde. Das Abstimmungsergebnis für Deutsch-Eylau war: 4746 deutsche, 235 polnische Stimmen. Im Kreis Rosenberg war das Ergebnis 96,9% und für das ganze Gebiet Pomesanien 92,42% für Deutschland. Die Bevölkerung hatte in überzeugender Einmütigkeit mit dem Stimmzettel diese Entscheidung herbeigeführt. Am 20. August 1920 wurde das Ergebnis amtlich bekanntgegeben: Pomesanien bleibt deutsch! Verwaltungsmäßig wurde der nicht von Polen annektierte Teil Westpreußens der Provinz Ostpreußen als vierter Regierungsbezirk angegliedert. Mehr zur Stadt, dem Geserich und der Umgebung von Deutsch-Eylau finden Sie in den Büchern "Oberländische Heimat" und "Wir vom Geserich".
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