| Vom 16. bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Ostpreußen in vier kleinere Provinzen eingeteilt: Samland, Litauen, Natangen und das Oberland. Zur Straffung der Strukturen wurde dann das Kammerdepartement Ostpreußen geschaffen, das sich in zehn landrätliche Kreise aufteilte. 1752 billigte Friedrich der Große die Aufteilung in die Kreise Schaaken, Brandenburg, Tapiau, Mohrungen, Marienwerder, Neidenburg, Insterburg, Seehesten und Oletzko, letztere drei Kreise gehörten zum litauischen Kammerbezirk in Gumbinnen. Dem Landkreis Mohrungen (Stand 1780), der einen Teil der früheren Provinz Oberland mit einschloß, gehörten acht immediate Städte an: - Preußisch Holland mit über 2900 Einwohner (1780) - Mühlhausen mit 1400 Ew. - Liebstadt mit knapp 1800 Ew. (1782) - Sa(a)lfeld mit 1350 Ew. - Lieb(e)mühl mit 1100 Ew. - Osterode mit 1500 Ew. - Hohenstein mit 1100 Ew. (1782) an. Darüber hinaus gab es 1780 neun königliche Domänen-Ämter: - Preußisch Holland : 6 Vorwerke und 28 Dörfer, - Behlenhof: 1 Vorwerk und 19 Dörfer, - Liebstadt: 2 Vorwerke und 19 Dörfer, - Mo(h)rungen: 3 Vorwerke und 37 Dörfer, - Preußisch Mark: 4 Vorwerke und 43 Dörfer, - Dolstädt: 2 Vorwerke und 7 Dörfer, - Liebmühl: 3 Vorwerke und 22 Dörfer, - Osterode: 3 Vorwerke und 25 Dörfer, - Hohenstein: 2 Vorwerke und 41 Dörfer. Die Städte und Ämter Osterode und Hohenstein wurden zum sogenannten polnischen Oberland gerechnet, wo außer der deutschen auch die polnische Sprache gebräuchlich war. Einen Bedeutungsverlust erlitt der Kreis Mohrungen 1818 durch eine deutliche Gebietsverkleinerung. Durch Ministerialverfügung von 1816 wurde die Abgrenzung der neuen Kreise nicht nach Domänen-Ämtern, sondern nach Kirchspielen bewirkt. Der Kreis Mohrungen bildete sich ab 1818 aus folgenden Kirchspielen: Liebstadt, Silberbach, Kahlau, Herzogswalde, Mohrungen, Reichau, Alt Christburg, Miswalde, Liebwalde, Altstadt, Arnsdorf, Wilmsdorf, Simnau, Saalfeld, Weinsdorf, Schnellwalde, Jäskendorf, Sonnenborn mit Venedien und Samrodt. Der verkleinerte Kreis Mohrungen besaß eine Flächengröße von 24 Quadratmeilen. Hier lebten im Jahre 1818 28691 Einwohner. Dazu im Vergleich: Die Einwohnerzahlbetrug Anfang der 40er Jahre des 20. Jahrhundert 55.046 (1939), davon 51.711 evangelische Christen, 2.665 Katholiken, 379 gehörten einer anderen christlichen Konfession an, offiziell gab es zu diesem Zeitpunkt sechs Juden im Kreisgebiet (1933 = 103). Das Ortsverzeichnis des seit 1818 wesentlich verkleinerten Kreises Mohrungen mit der Einwohnerzahl von 1905 finden sie hier. |
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