Das Oberland reicht von der Kernsdorfer Höhe (313 m über Meeresspiegel)
bis an das Frische Haff und von der Passarge bis zu den Quellen
der Ossa und Liebe sowie bis nach Christburg und Riesenburg,
wo die Sorge und der Sorgensee ihre Zusammengehörigkeit nur noch
im Namen kundtun. Bei Kallisten an der grenzbildenden Passarge
erreicht das Oberland seinen östlichsten und zugleich schönsten Punkt
gegen den ermländischen Gau (Ermland).![]() Oberländisches Bauernhaus Landhaus mit Giebelvorlaube auf Säulen, in anmutigem Bindwerk, in manchen von ihnen fand man Dielen von 47 cm Breite. Landhäuser in diesem Stil sollen die schönsten der Erde sein Im Oberland entstanden im 13. Jahrhundert bzw. zu Beginn des 14. Jahrhunderts die Städte Elbing (erhielt 1246 die Stadtrechte), Riesenburg (1267/77), Christburg (1288/90), Preußisch-Holland (1297), die Perle des Oberlandes Deutsch-Eylau (1305), Mohrungen (1327, nach Mohrungen in Thüringen benannt) Osterode (nach Osterode im Harz), Saalfeld (1305, nach der Saalfelder Linie der sächsischen Herzöge benannt). Weitere Städte im Oberland sind u.a. Gilgenburg, Hohenstein, in dem die erste Lungenheilanstalt Ostpreußens erichtet wurde, die einstige Bischofsstadt Liebemühl, Liebstadt und Mülhausen. ![]() Hauptstadt des Oberlandes war bis 1752 Saalfeld. Unser Foto zeigt die kleine Stadt 1917. Der Kreis Oberland wurde 1525 durch Herzog Albrecht aus den drei Komtureien des Deutschen Ordens Elbing (Preußisch Holland), Christburg und Osterode gebildet. Zwei Jahre später wurde das verstaatlichte Bistum Pomesanien dem Kreis angeschlossen. Ein interessanter Streifzug durch die Geschichte des Oberlandes, Kultur und Brauchtum, Sitten und "Unsitten", von Natur und Landschaftsgestaltung wird in dem empfehlenswerten Buch Oberländische Heimat unternommen. Bis zur Unterstellung des Oberlandes unter polnische Verwaltung durch die Besatzungsmächte umfaßte das Oberland die um 1818 gebildeten Kreise Elbing, Preußisch-Holland, Mohrungen, Osterode, Rosenberg und Marienwerder bzw. Teile davon. ![]() Hochzeitstänzer aus dem Oberland Das ganze Oberland war bis zur Besetzung 1945 auf das beste bewaldet. Besonders schöne Waldungen waren bei Döhlau, Grasnitz, Jablonken, Taberbrück, Liebemühl, Raudnitz, Finckenstein, Bestendorf, Reichertswalde, Lamitten, Stollen, Schlobitten, Schlodien, Lauck, Födersdorf, Stellienen und Cadinen. In vielen Dörfern des Oberlandes, dessen Haupterwerbszweige die Land-, Forst- und Wasserwirtschaft darstellten, waren bereits im 17. und 18. Jahrhundert Imker, Biener oder Beutner am Werk. Orte wie Beutnerdorf bei Ortelsburg oder Bienau bei Liebemühl erhielten ihren Namen von der Bienenwirtschaft. Es waren vielfach Waldleute, die gegen gewisse Abgaben das Recht hatten, in geeigneten Kiefern Bienenwohnungen oder Beuten auszustemmen und daraus im Herbst Honig und Wachs einzusammeln. Auf den fruchtbaren Böden des Oberlandes gedeiht die Rotbuche auf das Prächtigste, deren Nordgrenze der Verbreitung etwa durch die Passarge gezogen wurde. Berühmt geworden ist das Oberland durch ein technisches Weltwunder, mit dem Kanal, der Osterode mit Elbing verbindet. Viele Sagen und Geschichten ranken sich um das Oberland. Vielleicht auch, weil im Oberland der Orden schon im 13. Jahrhundert viele Burgen - oft auf Hügeln der alten Prußenburgen - errichtete und prächtige Ordenskirchen baute wie die von Saalfeld, Sonnenborn, Liebemühl, Weinsdorf und Schnellwalde. Gerade sie spielen in vielen Sagen und Geschichten eine Rolle. |
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